Praxis für Ergotherapie Daniela Leiber
Praxis für ErgotherapieDaniela Leiber

Wirkungsweise der tiergestützten Therapie

 

Stofftiere und Fell-Handpuppen werden den Klienten gerne angeboten und haben eine wichtige Funktion in der Therapie, Pflege und Betreuung von Menschen. Sie können zwar nicht das Tier ersetzen, der taktile Reiz – ausgelöst durch das weiche, warme, kuschelige Fell – kann jedoch Assoziationen freisetzen und Erinnerungen an ein lebendiges Tier wachrufen und die dadurch stimulierten eigenen Heilungskräfte fördern. 

  

 

 

Im Vergleich zu einem Stofftier ist die Begegnung mit einem lebenden Tier durch sein Wesenhaftes geprägt. Die Begegnung zum ES entwickelt sich durch sein Wesenhaftes zu einer Beziehung zum DU. 

 

 

 

 

Die Beziehung zum DU lebt von wiederholten Impulsen in der Begegnung. Die Beziehung zum DU, hier das Tier, erfahren wir im Dialog mit ihm. Wir sind bemüht, verbal oder nonverbal eine gemeinsame Kommunikationsebene zu finden, welche uns das Gefühl des Angenommenwerdens vermittelt. Wir öffnen uns für alternative Kommunikationswege, für neue Dialogpartner, usw.

 

 

 

„Wenn der Hund dabei ist,

werden die Menschen gleich menschlicher."

(Hubert Ries)

 

 

 

Diese Öffnung geschieht nicht durch einen kognitiven Prozess, durch eine Willensanstrengung, vielmehr durch ein Sich-Lösen von Ich-bezogenen Zweifeln und Ängsten. Weil das DU uns annimmt, trauen wir uns mehr zu. Unser Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl steigt, unsere körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte, unsere sozialen Talente werden gestärkt. Der Kontakt mit Tieren fördert auf mannigfaltige Weise den Menschen.

 

Das duale Zusammenwirken von Therapeut und Klient ist mit Hilfe eines therapeutischen Mittels – hier die Mensch-Tier-Begegnung – auf ein Drittes ausgerichtet, auf das Ziel der Therapie.

 

Nicht allein das Tier, vielmehr der gezielte Einsatz, kann beim Klienten Impulse für einen heilenden Prozess setzen.

 

 

 

 

 

Das Tier ist Teil eines therapeutischen Konzeptes und solle zielorientiert eingesetzt werden, d.h. die freie Mensch-Tier-Begegnung kann zu Gunsten der Zielorientierung auch in eine spezielle Form des Tiereinsatzes gewandelt werden.

 

 

In unserem Fall sind Therapeut und Tier professionell für ihre Aufgabe ausgebildet worden.

 

 

 

 

Hunde in der Therapie

Entscheidend für eine erfolgreiche tiergestützte Arbeit ist die Beziehung zwischen Hund und Besitzer, die Bindung und die gegenseitige Bereitwilligkeit, miteinander zu kommunizieren.

 

Diese bei den meisten Hundebesitzern als selbstverständlich vorausgesetzte Grundlage, stellt sich in der Praxis zu oft als unzureichend heraus: der Hund folgt zwar, passt sich seinem Besitzer an, liest und interpretiert seine Körpersprache und das Zusammenleben funktioniert.

 

Aber konkrete Aufgaben an den Hund und das gemeinsame Arbeiten an einer Lösung stellen höhere Anforderungen an die Kommunikation. Solche Fähigkeiten werden in guten Hundeschulen speziell konzipierten Ausbildungen zu Therapiehunde-Teams weitergegeben.

 

Nach der üblichen Eingangs- oder Verhaltensprüfung muss das Tier weiterhin tierartgerecht in engem Sozialverband gehalten, gepflegt und tierärztlich überwacht werden. In der Regel ist eine Überprüfung der Gesundheit, insbesondere auch der Wurmfreiheit, viermal im Jahr erforderlich, um eine Gefährdung der an der tiergestützten Maßnahme beteiligten Personen auszuschließen. Leistungsfähigkeit und Alter des Hundes müssen beim Einsatz ausreichend berücksichtigt werden.

 

 

 

"Ein Hund hat in seinem Leben nur ein Ziel

- sein Herz zu verschenken."

(J.R.Ackerley)

 

 

 

Neben Hunden werden in der tiergestützten Therapie auch einige andere Tiere mit Erfolg eingesetzt. Hierzu gehören Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten, Ziervögel und Aquarienfische aber auch Großtiere wie Pferde, Schafe und Ziegen, Lamas, Zwergschweine oder gar Hühner, Enten und Gänse.